10 Fragen an: Christian Tschida

Christian Tschida

Lieber Christian, lass uns doch warmlaufen mit einem unserer Lieblingsthemen. Musik. Feiern, Geniessen! Also erzähl: Welche Musik, welcher Ort, welche Situation – wie sieht ein perfekter Moment mit deinem Wein aus?

Neil Young / Harvest, mit einer Flasche Himmel auf Erden! Und liebe Menschen erzeugen entspannte Stimmung, eine Hängematte im Garten…

 

Die gute alte “einsame Insel” – bei uns selbstverständlich ausgestattet mit Weinkühlschrank unter der Palme. Welche 3 Flaschen müssen einfach da drinnen sein?

Inseln sind immer so heiß, ein guter Savagnin aus dem Jura, ein Chenin Blanc von der Loire & mein Rosé. 

 

Kein grosser Wein ohne leckere, aromatische Trauben. Da sind sich eigentlich alle einig. Was ist dir in diesem Zusammenhang besonders wichtig? Worauf legst du im Weingarten besonders viel Wert ?

Dass die Grenze zwischen meinen Zutun & dem Wildwuchs ein schmaler Grat bleibt.

 

Die wenigsten Winzer reden gern darüber, was im Keller genau passiert. Welche Zusatzstoffe verwendet werden etc. Wir wollen es aber wissen! Also, raus mit der Sprache: Was passiert ? Welche Zusatzstoffe bzw. “Tricks” sind deiner Meinung nach am weitesten verbreitet?

Wenn du jetzt die dunkle Seite der Macht meinst, dann sind es wahrscheinlich Dinge von denen wir nicht einmal wissen dass sie existieren.

 

Läuft etwas schief in der modernen, teils industrialisierten Weinproduktion? Gibt es etwas, was dich wirklich ärgert bzw. den Kopf schütteln lässt?

Ich finde es grotesk dass Pestizide, Herbizide usw.. noch immer nicht Tabu sind. Die Gesetzgebung ist die eine Sache, aber in den Köpfen müsste es klicken.

 

Zurück zu deinen Flaschen. Was charakterisiert du deine Weine? Was macht den typischen Christian Tschida Stil aus?

Das frage ich mich oft selber! Aber viele sagen mir dass die Vitalität & Bekömmlichkeit meiner Weine unerreicht ist – es ist die daraus resultierende ungebremste Trinkfreude, die Freude am Leben.. wie pathetisch…

 

Wonach strebst du, oder genauer: wann bist du mit einem Wein zufrieden, wann bist du stolz? 

Wenn ich ihn irgendwann, irgendwo blind bekomme & er mir wirklich schmeckt.

 

Was ist “Grosser Wein”?

Ein Terminus aus den 80er Jahren

 

Kommen wir zu einem “Horrorszenario”: ein Kunde darf nur eine einzige Flasche aus deinem Sortiment verkosten. Welche sollte er einpacken und was dazu essen ?

Eine Magnum Kapitel I & ein paar Deka Pata Negra aus Spanien

 

Zum Schluss lass uns ein Genusswochenende planen. Haste nen Tipp? Wohin solls gehen? Wo Essen ? Wo Schlafen? Kann man da vielleicht deine Weine geniessen?

Wenn ich die Möglichkeiten jedweder Art hätte würde ich so ein Wochenende verbringen:

Freitag: im Taubenkobel in Schützen Mittag essen & bis zum Abendessen gleich sitzen bleiben & auch gleich dort schlafen. Dann Frühstück im Gut Purbach, Mittags im Fillipou groß essen, dann Indoorskydiving in den Prater & wieder nüchtern werden…Abends in die Ramen-Bar vom Mochi bis in der Früh..

Sonntag: Schlafen!